Das Geheimnis des Geviertstrichs: Alles über das Zeichen —
Der Geviertstrich (—) ist ein langes typografisches Satzzeichen, das verwendet wird, um Gedankenstrich-Einschübe, abrupte Pausen oder starke Betonungen in einem Text zu markieren. Im Englischen als „Em Dash“ bekannt, ist er breiter als der gewöhnliche Bindestrich (-) und der Halbgeviertstrich (–). Sein Name leitet sich aus dem traditionellen Schriftsatz ab: Seine Breite entspricht genau der Höhe der verwendeten Schriftgröße, die historisch oft an den Platzbedarf des breiten Buchstabens „M“ angelehnt war.
In der digitalen Welt ist der Geviertstrich fest im Unicode-Standard verankert. Du findest ihn unter dem Code Point U+2014 im Block „Allgemeine Interpunktion“ (General Punctuation). Auch wenn er auf den ersten Blick wie ein extralanger Bindestrich wirkt, verarbeitet dein Computer ihn als eigenständiges, speziell für Text gestaltetes Zeichen.
Im englischsprachigen Raum ist der Geviertstrich extrem beliebt, um Gedankenpausen zu erzeugen — dort wird er meist ohne Leerzeichen davor oder danach gesetzt. In der klassischen deutschen Typografie nutzt man für Einschübe hingegen den etwas kürzeren Halbgeviertstrich mit Leerzeichen. Auf Social Media und in Chats wird der Geviertstrich aber auch hierzulande immer beliebter. Er bringt eine spürbare Dynamik in deine Nachrichten, fast so, als würdest du mitten im Satz dramatisch Luft holen. In der Programmierung solltest du ihn allerdings meiden: Wenn Textprogramme normale Bindestriche automatisch in Geviertstriche umwandeln, führt das beim Kopieren in den Code-Editor unweigerlich zu frustrierenden Syntaxfehlern.
Wie bekommst du dieses elegante Zeichen nun auf deinen Bildschirm? Auf dem Mac drückst du einfach die Tastenkombination [Wahltaste] + [Umschalttaste] + [Bindestrich]. Unter Windows nutzt du den Nummernblock und hältst die [Alt]-Taste gedrückt, während du 0151 tippst. Auf dem Smartphone (iOS und Android) ist es noch intuitiver: Halte einfach die Taste für den normalen Bindestrich etwas länger gedrückt und wähle den längsten Strich aus dem erscheinenden Pop-up-Menü.
Um typografische Fails zu vermeiden, solltest du den Geviertstrich von seinen kleinen Geschwistern unterscheiden können. Der klassische Bindestrich (- / U+002D) koppelt Wörter. Der Halbgeviertstrich (– / U+2013) fungiert im Deutschen als normaler Gedankenstrich oder Bis-Strich bei Zahlen. Zudem gibt es das echte Minuszeichen (− / U+2212), das in Mathematik und Wissenschaft zum Einsatz kommt. Der Geviertstrich (—) ist der längste im Bunde und gibt deinen Texten — richtig eingesetzt — den perfekten visuellen Feinschliff.